Und zwar nicht wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung, sondern weil sie quasi “von oben” Mautstrecken aufgedrückt bekommen und jetzt mit den Folgen einer inkonsequenten Bundestraßenbemautung Leben müssen. Erstens liegt es in der Natur der Sache (genau wie bei meinem neuen Wanderschuh), daß LKW´s diesen “kleinen” Mautstrecken über die Ortschaften ausweichen, wenn sie im Kostenverhältnis kaum oder keinen Zeitgewinn dadurch haben. Und zweitens ist auch klar, daß das im Endeffekt eine Milchmädchenrechnung ist, bei der die Gemeinden und Kommunen auf den Folgekosten für Straßeninstandhaltung etc. sitzen bleiben. Mal von der Beeinträchtigung der Lebensqualität & der Umwelt ganz zu schweigen, die sich kaum beziffern läßt. Bleibt nur der juristisch bedenkliche Weg, die Ortsdurchfahrt auf eigene Faust zu sperren, bzw. durch Schikanen unatraktiv zu machen. Oder eine Ortsumgehung für die Ortsumgehung zu bauen… Jedenfalls ist das irgendwie alles nicht “im Sinne des Erfinders” Bin mal sehr gespannt, wieviele Städte & Gemeinden in Zukunft Klage gegen den Bund einreichen werden und wie die sich da gegenseitig den schwarzen Peter zu schieben werden.
Archive for June, 2010
LKW-Maut: Stadt scheitert mit Mautklage
Author: adminJun 30
Die Städte füllen sich!
Author: adminJun 16
Das Phänomen der Suburbanisierung beschreibt eher das Gegenteil. Die Innenstädte veröden, das Gewerbe geht immer weiter nach außen. So sieht es zumindest im Amiland aus. Ob uns das auch blüht?
Ich denke nicht. Die deutsche Gesellschaft entdeckt ja gerade, dass es ein Albtraum ist, wie sich die uniformen Neubausiedlungen um die Dörfer herum in die Landschaft fressen. Der Berufs- und
Freizeitverkehr nimmt irrwitzige Ausmaße an, die Steuern bleiben in den Verbandsgemeinden während die Städte darben, die Wohnungen in vielen Städten stehen leer usw. usw. Der neueste Trend ist zum Glück wieder die Stadtwohnung. Der Wegfall der Eigenheimprämie trägt hoffentlich auch dazu bei, dem, Wachstum
der gruseligen Schlafstädte und Speckgürtel ein Ende zu machen. Aber “urbane Uniformität” kann man bei uns wirklich beobachten, vor allem bei Fußgängerzonen, Konsumtempeln und der berühmten “grünen
Wiese”. Nicht nur bei uns. Ich reise sehr viel, und innerhalb Europas buche ich mein Urlaub und es ist manchmal schon schwer auszumachen wo man sich grad befindet. Die Innenstädte von Tromsö bis Catania,
von Paris bis Warschau sehen zum Erbrechen gleich aus. Die gleichen Läden, die gleichen Waren, die
gleichen Systemgastronomen, die gleiche, langweilige Beliebigkeit. Zuerst fühlt man sich ja ganz wohl darin, denn die dem Reisen so eigene Scheu vor dem Fremden fällt weg, aber alsbald stellt sich ein
schaler Beigeschmack ein. Demnächst werde ich vielleicht ein Jahr lang zwischen Paris, Wien und
Bonn/Berlin pendeln, so wie ich es jetzt schon zwischen Berlin, Bonn und Wien tue, wenn ich nicht grad auf Reisen bin. Dieser urbane Lebensstil ist manchmal erschreckend, wenn man einen Schritt zurück
tritt und sich den mal sozusagen aus der Perspektive eine Ruhenden betrachtet. Andererseits ist das Berufsleben heutzutage halt für viele so, da kann man tun außer zu kündigen, und das will man ja auch
nicht so gerne. Und nichts auf der Welt symbolisiert gerade diese Beliebigkeit und
Rastlosigkeit wie die Flughäfen (wobei der in Wien noch sehr nett und
knuddelig ist
).